Ecornet Berlin auf dem Wandel-Lab 2022: „Transformatives Wirtschaften braucht transformative Räume“

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Sabrina Schmidt vom IÖW (ganz links) auf dem Panel beim Wandel-Lab zu Transformationsorten (Foto: Wandel-Lab)

Damit transformatives Wirtschaften gelingt, braucht es physische Räume – für Begegnung, für den direkten zwischenmenschlichen Austausch, für gemeinsame Arbeiten und Leben. Dies ist alternativwirtschaftlichen Akteur*innen gerade in der Corona-Pandemie deutlich geworden. Und doch ist das in Berlin angesichts der angespannten Immobiliensituation für viele Projekte eine große Hürde. Wie Räume in die Hände alternativwirtschaftlicher Akteur*innen gelangen können, wie sie gestaltet und genutzt werden können und welchen Anforderungen sie gerecht werden müssen, diskutierte der kollaborative Workshop „Zentren alternativen Wirtschaftens als multifunktionale Infrastruktur“ auf dem Wandel-Lab am 4. Juni 2022. Er wurde von dem Ecornet-Berlin-Forschungsprojekt „Alternative Wirtschaftsweisen in und für Berlin“ ausgerichtet.

Sabrina Schmidt, Dr. Carla Young und Ian Stephan vom Institut für ökologische Wirtschaftsforschung beabsichtigten, im engen Austausch mit der Community relevante Forschungsfragen und -designs zu entwickeln. Die Idee: Die sozial-ökologische Transformation braucht transformative Forschung, die zur Selbstverständigung der Akteur*innen über ihre Wünsche, Bedürfnisse und die Möglichkeiten der Umsetzung beiträgt. Der Workshop auf dem Wandel-Lab war der erste Schritt dieses langfristigen Selbstverständigungsprozesses, der in Folge angestoßen und begleitet werden soll.
„Zentren, wie die Schokofabrik oder das Haus der Materialisierung sind gerade deswegen so außergewöhnliche Transformationsorte, weil sie Antworten auf die Bedürfnisse der alternativwirtschaftenden Akteure bieten – gebündelt unter einem Dach. Das macht sie zur Keimzelle wie zur kritischen Infrastruktur der sozial-ökologischen Transformation“, so Transformationsforscherin Sabrina Schmidt. „Die große Frage, die derzeit alle umtreibt ist: Wie können solche Initiativen verstetigt und wie können sie ausgebaut werden?“

Das besonders in Berlin akute Problem, Räume für Transformation und alternatives Wirtschaften zu sichern und zu gestalten, wurde auch auf dem Panel „Orte der sozial-ökologischen Transformation, was können sie?“ auf dem Wandel-Lab diskutiert. Im Vordergrund standen die Fragen, welcher Nutzen von solchen Transformationsorten ausgeht, welche Strategien sie verfolgen und wie sie mit Politik und Verwaltung zusammenarbeiten. IÖW-Wissenschaftlerin Sabrina Schmidt ergänzte die Berichte mehrere Praxisprojekte um Forschungsergebnisse zu den vielfältigen Beiträgen alternativwirtschaftlicher Zentren zu einer sozial-ökologischen Stadtentwicklung.

Das Wandel-Lab 2022 fand vom 3. bis 6. Juni in Berlin und Dannenrod statt. Unter dem Motto „Orte der Transformation etablieren, stabilisieren und skalieren“ gab es Action-Workshops, Paneldiskussionen, Skillsharing, Open Spaces und Kultur.

Projektbeteiligte Personen

Schlagworte

Alternativwirtschaft, Transformation, Alternative Wirtschaftsweisen