Wandelwecker | Energiearmut trotz Klimawende: Weiterhin großer Handlungsbedarf

Image
Logo_Wandelwecker Berlin_weißer Rand

Diesen Wandelwecker gibt es hier zum Nachhören.

Tausende von Menschen in Berlin sind von Energiearmut betroffen und schaffen es nicht, ihre Energierechnungen zu bezahlen. 20.000 Strom- und Gassperren jährlich sind die Folge. Was sind Ursachen und Lösungsansätze für die Betroffenen sowie Chancen und Risiken der Klimawende? Darüber diskutierten in der zweiten Folge des Wandelweckers am 16. Juni 2021 die Energieforscherin Dr. Katja Schumacher, stellvertretende Bereichsleiterin Energie und Klimaschutz am Öko-Institut und Teilprojektleiterin im Forschungsverbund Ecornet Berlin, und die für die Energieschuldenberatung verantwortliche Projektleiterin bei der Verbraucherzentrale Berlin, Elisabeth Grauel gemeinsam mit dem Moderator und Gesamtkoordinator des Forschungsverbunds Valentin Tappeser und den Teilnehmerinnen und Teilnehmern. Dabei wurden sowohl Gründe und Ausmaß von Energiearmut in Berlin erörtert, als auch Lösungsansätze und Hebel für die Stadt diskutiert und in Bezug zum Klimaschutz gesetzt.

Image

Katja Schumacher trug hierfür Erkenntnisse aus einer aktuellen Studie vor, die sie im Rahmen des Forschungsverbunds zu dem Thema erarbeitet. Elisabeth Grauel konnte aus ihrer täglichen Arbeit mit Beratungssuchenden berichten, die von einer Strom- oder Gassperre bedroht werden und damit besonders von steigenden Energiepreisen betroffen sind: „Maßnahmen zur Energiewende, ja, aber wie wirken sie sich auf die einzelnen Bevölkerungsgruppen und Einkommensgruppen […] aus?“. Ein CO2-Preis müsse daher mit Ausgleichszahlungen verbunden, und Sanierungskosten nicht auf Mieter umgelegt werden. Schumacher sieht eine „klare Verantwortung auf Seiten der Vermietenden und auf Seiten des Staates, Anreize zu setzen, dass Hauseigentümer mit Mietwohnungen Sanierungen durchführen“. Auch die Themen Teilhabe und Aufklärung nahmen bei der Diskussion einen hohen Stellenwert ein. Laut Grauel sei es wichtig, den Verbraucher*innen ein Bewusstsein für ihren Stromverbrauch zu vermitteln. Bildung und Beratung seien ein zentraler Hebel – eine Einschätzung, die auch von teilnehmenden Ministerienvertreter*innen und Schuldnerberatungsstellen aus anderen Bundesländern bekräftigt und geteilt wurde.

Das neue Impuls- und Debattenformat Wandelwecker Berlin des Forschungsverbunds Ecornet Berlin setzt jeden zweiten Mittwoch um 8:30 Uhr morgendliche Impulse für eine soziale und ökologische Metropole. Die Veranstaltungen bieten eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft, Politik und Gesellschaft zu zentralen Zukunftsthemen für Berlin und stellen aktuelle Thesen, Empfehlungen und Ergebnisse aus dem Verbund und den beteiligten Instituten zur Diskussion.

Die nächste Veranstaltung findet nach der Sommerpause am 25.8. zum Thema Zirkuläres Bauen – Ansätze und Akteure in Berlin statt.

Beteiligte Institute

Beteiligte

Elisabeth Grauel (Energieschuldenberatung Verbraucherzentrale Berlin)

Projektbeteiligte Personen

Schlagworte

Klimaneutrales Berlin, Energiewende, Klimaschutz, Energiearmut