Newsletter des Forschungsverbunds Ecornet Berlin

Liebe Leserinnen, liebe Leser,

noch wenige Tage bis zur Wahl. Und wir in Berlin dürfen besonders viele Kreuzchen machen.

Wie die neue Koalition im Senat unserer Stadt auch aussehen wird, eins eint sie: Die Strategien und Maßnahmen, die sie erarbeiten muss, um Berlin zu einer sozialen und ökologischen Metropole zu entwickeln, sind vielfältig. Kurz nach der Wahl möchten wir, der Forschungsverbund Ecornet Berlin, daher mit der Stadtgesellschaft ins Gespräch zu einem Thema kommen, das jede und jeden betrifft. Wir laden herzlich ein zu unserer Jahrestagung:

Wissen. Wandel. Berlin. 2021: Klimaneutrales Wohnen und Bauen für alle? Strategien für ein soziales und ökologisches Berlin

Bitte merken Sie sich den 2. November 2021 hierfür vor, nähere Infos folgen in Kürze.

Mit spätsommerlichen Grüßen

Richard Harnisch
Wissenskommunikation Forschungsverbund Ecornet Berlin

++ Save the Date ++ 2. November 2021 ++

Jahrestagung des Forschungsverbunds Ecornet Berlin in der Urania Berlin

Klimaneutrales Wohnen und Bauen müssen zum Standard werden, wenn wir den Kollaps unseres Klimasystems verhindern und den politischen Zielen gerecht werden wollen. Aber: Wie schaffen wir es, alle dabei mitzunehmen? Dass Mieten bezahlbar, Ressourcen geschont und die Wohnqualität verbessert werden?

Wie wir die sozialen, ökologischen und technischen Herausforderungen unter einen Hut bekommen, welche Lösungsansätze in Frage kommen und welche Rolle Kreislaufwirtschaft und digitale Technologien spielen, um klimaneutrales Wohnen und Bauen für alle zu ermöglichen, das wollen wir mit Ihnen gemeinsam diskutieren.
Wandelwecker-Termine

22. September 2021: Datengovernance in Berlin – wo liegen die Stellschrauben für eine sozial-ökologische Digitalisierung?

Wer gibt die Richtung vor für die digitale Transformation Berlins? Diskutieren Sie mit!

6. Oktober 2021: Alternatives Wirtschaften in der Hauptstadt

++ Save the Date ++ Das genaue Programm folgt im Vorfeld des Termins ++
Neu erschienen

Produkte länger nutzen: Mit zirkulären Ansätzen die Umwelt entlasten

Berechnungen des Vorhabens „Circular City Berlin“ zeigen das Potenzial der Kreislaufwirtschaft, durch eine Reduktion des Gesamtmaterials zur Bewältigung der Klimakrise beizutragen: Mit zirkulären Praktiken in den Bereichen Textilien, Bauen sowie Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) kann Berlin jährlich insgesamt knapp eine Million Tonnen Treibhausgasemissionen in CO2-Äquivalenten pro Jahr einsparen. Dies entspricht den Emissionen der Nutzung von rund 470.000 Pkw.

Zirkuläres Bauen in Berlin – Transformationsroadmap

Das Innovationsfeld zirkuläres Bauen in Berlin zeichnet sich durch eine Vielfalt von Akteuren aus. Über Stakeholderworkshops hat das Projekt CiBER Ansätze identifiziert, die im Sinne einer Roadmap dazu beitragen könnten, zirkuläres Bauen in Berlin langfristig und nachhaltig zu etablieren. So müsse der rechtliche Rahmen stärker auf Kreislaufwirtschaft ausgerichtet werden, etwa durch eine Verpflichtung zum selektiven Rückbau in der Berliner Bauordnung. Auch empfehlen die Expert*innen, Innovationsprojekte passgenauer zu fördern und die Vernetzung zwischen Demonstrations- und Modellprojekten zu stärken, um die Nachahmung zu vereinfachen. Schließlich bedarf es einer stärkeren öffentlichen Beschaffung zirkulärer Ansätze im Baubereich, indem die Betrachtung von Lebenszykluskosten in der Beschaffungspraxis erleichtert wird.

Energetische Sanierungen in Berlin

Die Situation auf dem Berliner Wohnungsmarkt ist angespannt. Und dann auch noch energetisch sanieren? Kann das sozialverträglich klappen? Wie sich die Kosten energetischer Sanierungen verteilen, haben wir anhand unterschiedlicher Modellgebäude berechnet. Die Ergebnisse zeigen, dass ambitionierte Sanierungen so gestaltet werden können, dass sowohl Mieter*innen als auch Vermieter*innen profitieren und aus Mieter*innen-Sicht geringere Kosten als bei Sanierungen nach Mindeststandard laut Gebäudeenergiegesetz entstehen. Insbesondere die Inanspruchnahme von Fördermitteln sowie die Umlagepraxis spielen eine entscheidende Rolle.
Stellungnahme

Berliner Schulen: Energetische Sanierung der Schulbauoffensive mit den Zielen des Berliner Klimaschutzgesetzes verbinden

Im August 2021 hat der Berliner Senat das Berliner Klimaschutz- und Energiewendegesetz (EWG Bln) novelliert. Die verschärften CO2-Reduktionsziele bedeuteten neue starke Anstrengungen. Das Unabhängige Institut für Umweltfragen fordert in einer Stellungnahme, dass das Land Berlin energetische Sanierungen und Instandhaltungen öffentlicher Gebäude, etwa von Schulgebäuden, besser als bislang mit den Zielen des EWG Bln kombiniert. Andernfalls müssten renovierte Gebäude bald wieder baulich angefasst werden, warnen die Forschenden, die im Forschungsverbund Ecornet Berlin zur Wärmewende in öffentlichen Nichtwohngebäuden arbeiten. Als große Hürde sieht das UfU neben den finanziellen Mitteln den Personalmangel in den Bezirken, der jetzt angegangen werden müsse.
Wandelwecker Berlin aufs Ohr: Veranstaltungen online nachhören

Kreislaufwirtschaft im Bausektor stärken – Zirkuläres Bauen zur Reduktion von Bauabfällen in der Hauptstadt

Es braucht eine umfassende und radikale Wende hin zum zirkulären Bauen. Baumaterialien müssen stofflich hochwertig und möglichst lange nutzbar sein. Bereits in der Designphase sollte die Recyclingfähigkeit von Bauteilen mitgedacht und bei Neubauten ein zerstörungsfreier Rückbau sichergestellt werden. Um solche Empfehlungen für mehr Umweltschutz in der Bauwirtschaft ging es im Wandelwecker am 25. August 2021. Die Diskussion zwischen Andrea Klinge vom Architekturbüro ZRS Architekten und Martin Hirschnitz-Garbers, Ecologic Institut, unter Moderation von Valentin Tappeser vom IÖW gibt es jetzt online zum Nachhören. Fazit: Das Bewusstsein für den enormen Ressourcenverbrauch im Bausektor muss geschärft werden.

Solarziele ohne Mieterstrom nicht erreichbar: Expert*innen fordern neuen Regulierungsansatz

Berlins Solarziele erfordern es, vermehrt Dächer von Mehrfamilienhäusern zu nutzen. Im Wandelwecker am 8. September 2021 diskutierte Moderator Valentin Tappeser vom IÖW mit Katharina Umpfenbach, Ecologic Institut, und Fabian Zuber von der Reiner-Lemoine-Stiftung über Gestaltungsoptionen für die Regulierung von Mieterstrom und nahräumlicher Solarstromversorgung. Deutlich wurde, dass die notwendige Beschleunigung des Ausbaus nur durch einen vollständig neuen Ansatz bei der Regulierung erreicht werden kann. Leitbild sollte eine gemeinschaftliche Eigenversorgung sein, die vor Ort Stromerzeugung über Solaranlagen und dessen Nutzung auch für E-Fahrzeuge und Wärmeerzeugung sinnvoll miteinander verknüpft.
Im Gespräch mit der Stadt

Sozialverträglich energetisch sanieren: Fachleute fordern Modernisierungsumlage und Förderregime zu verbessern

Die Wärmewende ist zentral, damit Berlin seine Klimaschutzziele erreichen kann. Doch Mieter*innen fürchten eine zusätzliche Belastung, wenn die Kosten energetischer Sanierung auf die Mieten umgelegt werden. Wie also kann die Wärmewende sozial ausgewogen ausgestaltet werden? Dies diskutieren das Öko-Institut und das IÖW mit Expert*innen in einem Fachgespräch. Fazit: Die sozialverträgliche Umsetzung von energetischen Sanierungen ist kein Selbstläufer, sondern hierfür braucht es mehr Anreize und kohärentere Politikansätze, die Sozialpolitik und Klimapolitik zusammenbringen. Zentral sind dabei neue Regelungen zur Verteilung der Modernisierungsumlage sowie Fördermittel. Bisherige Ansätze müssten rasch ausgebaut werden.

Alternatives Wirtschaften in Berlin stärken: Fachleute diskutieren Strategien

In Berlin gibt es eine rege Szene alternativen Wirtschaftens. Was die Akteur*innen vereint, ist ihr Fokus auf soziale und ökologische Ziele. In der Praxis stehen ihnen jedoch Hindernisse im Weg, etwa der Mangel an (bezahlbaren) Räumen oder passenden Finanzierungsmodellen, Konkurrenz- und Preisdruck oder rechtliche Hürden. Wie können alternative Wirtschaftsweisen in Berlin gefördert werden? In einem Workshop diskutierten Vertreter*innen verschiedener Berliner Netzwerke und Institutionen am 31. August 2021 über ihre aktuellen Herausforderungen. Fazit: Alternative Wirtschaftsweisen verfügen über ein großes sozial-ökologisches Potenzial, stehen aber auch erheblichen Hindernissen gegenüber; daher bedarf es neuer Strategien und Förderansätze.