Kreislaufwirtschaft im Bausektor stärken – Zirkuläres Bauen zur Reduktion von Bauabfällen in der Hauptstadt

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Es braucht eine umfassende und radikale Wende hin zum zirkulären Bauen. Baumaterialien müssen stofflich hochwertig und möglichst lange nutzbar sein. Bereits in der Designphase sollte die Recyclingfähigkeit von Bauteilen mitgedacht und bei Neubauten ein zerstörungsfreier Rückbau sichergestellt werden. Um solche Empfehlungen für mehr Umweltschutz in der Bauwirtschaft ging es in der dritten Ausgabe des Wandelweckers am 25. August 2021. Die Diskussion zwischen Andrea Klinge vom Architekturbüro ZRS Architekten und Martin Hirschnitz-Garbers, Ecologic Institut, unter Moderation des Nachhaltigkeitswissenschaftlers Valentin Tappeser vom IÖW gibt es jetzt online zum Nachhören. Fazit: Das Bewusstsein für den enormen Ressourcenverbrauch im Bausektor muss geschärft werden. 

Welche Potenziale haben Kreislaufwirtschaftsansätze im Bausektor und welche Chancen und Hindernisse gibt es für eine Wende hin zu zirkulärem Bauen? Das alleinige Recyceln von Baustoffen gehe nicht weit genug, so die Expert*innen: Einer der wichtigsten Hebel, um den Ressourcenverbrauch zu verringern, liege in der Verlängerung der Nutzungsdauer von Gebäuden. Altbauten müssten zukunftsfähig gemacht und der Bestand durch Kreativität und Innovation erhalten und weitergedacht werden.  Man müsse sich darüber im Klaren sein, dass „wir mit Ressourcen agieren, die zukünftigen Generationen nicht mehr zur Verfügung stehen“, so Klinge.  

Zudem empfahlen die Expert*innen, gefährliche Stoffe unter den Baumaterialien zu identifizieren und abiotische Stoffe durch erneuerbare Baustoffe zu ersetzen. Dabei bestehe eine Herausforderung beim zirkulären Bauen – insbesondere mit Naturmaterialien und nachwachsenden Rohstoffen – in der Regulierungsdichte. Zwar seien etwa strenge Dämmvorschriften aus Klimaschutzperspektive begrüßenswert, aus Material- und Kreislaufperspektive hingegen sehr herausfordernd.  Zudem gebe es zwar schon viele Ansätze und Akteure, die das zirkuläre Bauen nach vorne bringen, aber es fehle weiterhin „an einem übergreifenden Konzept oder Wurf, der alles besser vernetzt und zusammen bringt von Seiten der Politik”, so Hirschnitz-Garbers.  

Schlagworte

Circular Economy, Zirkuläres Bauen, Politikempfehlungen